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Ludwig Krapf - ein Pionier in Ostafrika
Abenteuerurlaub hatte er nicht nötig. Das Leben eines Afrika-Missionars im 19. Jahrhundert war dramatisch genug: Schiffbruch im Roten Meer, Malaria, Bedrohung durch wilde Tiere, das alle gehörte zum Alltag von Johann Ludwig Krapf.
Ausbildung und Werdegang
Krapf wurde im Jahr 1810 in Derendingen bei Tübingen geboren. Ab 1827 begann er eine Ausbildung als Missionar bei der Basler Mission, brach sie aber nach zwei Jahren ab und studierte stattdessen ab 1829 bis 1834 Theologie in Tübingen. Daran schlossen sich zwei Vikariatsstellen in Süddeutschland an.
Aethiopien 1837 - 1843
1837 wurde Krapf von der Basler Mission in Kooperation mit der englischen Church Missio-nary Society nach Äthiopien gesandt. Aus politischen Gründen kam die Arbeit nicht voran. Bei seiner zweiten Rückkehr von einem erfolglosen Missionsversuch in Äthiopien heiratete Krapf 1842 in Alexandria Rosine Dietrich. Die erste Tochter des Ehepaars Krapf starb nach einer Frühgeburt im Mai 1843. Rosine Krapf starb nach der Geburt einer zweiten Tochter im Juli 1844 in Mombasa.
Ostafrika 1843 - 1855
Um die Oromostämme im Inneren Afrikas zu erreichen, segelte Krapf an der ostafrikani-schen Küste entlang nach Süden und arbeitete ab 1843 auf einer Missionsstation in Rabai bei Mombasa. Von dort aus erkundete er auf gefährlichen Reisen das Landesinnere. Dabei entdeckte er für die westliche Welt den Mount Kenya und wurde nach seinem Kollegen Johannes Rebmann aus Gerlingen zum zweiten Europäer, der den Kilimandscharo sah. Krapf kehrte 1850 bis1851 wieder nach Europa zurück, um weitere Mitarbeiter für Ostafrika zu werben. Als er zurückkahm waren in Rabai inzwischen die ersten Einheimischen Christen geworden.
Korntal 1855 - 1881
1855 ließ sich Krapf aus gesundheitlichen Gründen in Korntal nieder und heiratete 1856 Charlotte Pelargus, im folgenden Jahr kam Krapfs dritte Tochter Johanna zur Welt. Als seine Frau Charlotte, die oft krank war, 1868 verstarb, heiratete er 1869 Nanette Schmid. Krapf starb am 26. November 1881.
Krapfs Bedeutung als Sprachforscher
Während seiner Arbeit in Äthiopien und Ostafrika hatte Krapf eifrig einheimische Sprachen erfasst und einzelne Bücher der Bibel übersetzt und gedruckt. Dafür verlieh ihm die Philo-sophische Fakultät Tübingen 1842 die Ehrendoktorwürde. 1844 übersetzte er Teile der Bibel in Kiswahili und legte damit den Grundstein für Kiswahili als Verkehrs- und Literatursprache Ostafrikas. Doch erst im Ruhestand in Korntal engagierte er sich intensiv für afrikanische Bibelübersetzungen.
Krapfs Bedeutung als Geograf und Afrikareisender
Herausragend ist seine und Rebmanns Entdeckung des Kilimandscharo und Mount Kenya für die europäische Welt. Er schickte darüber hinaus zahlreiche geografische Berichte von seinen Reisen ins Landesinnere nach Europa. Seine geographischen Aufzeichnungen wurden Anlass für spätere Erforschungen.
Krapfs Bedeutung als Missionar
Krapf wollte Menschen für Jesus gewinnen und versuchte immer wieder in das Landesinnere Afrikas vorzudringen. Dazu entwarf er den Plan, eine Kette von Missionsstationen in Ostafrika anzulegen, die aber nur begonnen werden konnte. Zur Vollendung kam sie nie, wie überhaupt sein direkter missionarischer Erfolg relativ gering war. Seine Bedeutung liegt auch hier in der Pionierarbeit. Er war mehr ein Wegbereiter, auf dessen Spuren später andere weiterarbeiteten. Bleibende Bedeutung kommt Krapf durch seine sprachliche Erschließung der ostafrikanischen Sprachen zu und durch seine visionäre Sicht, dass das Evangelium in Ostafrika Fuß fassen müsse, die sich durch die Missionsgeschichte eindrucksvoll bestätigt hat.
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